Der Redebeitrag von Emir & Mert zum IDAHOBITA Mainz 2024

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Den kompletten Vortrag in Wort und Ton findet ihr hier.

Fachberatung für queere Geflüchtete am Caritaszentrum Delbrêl

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Queere Geflüchtete werden von Konsti Hahn beraten. Der SWR berichtet: Queere Geflüchtete in Mainz: "Meine Familie hat mich bedroht" - SWR Aktuell. Hier ist der Kontakt:
Beratung für LSBTIQ* Geflüchtete

Konsti Hahn ( - / dey)
Telefon: 06131 90832 65
Mobil: 0175 1163267
[email protected]

Workshop zum CSD-Mainz 2023: Empowerment für queere Geflüchtete

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Welche Probleme haben queere Migrant:innen? Mitglieder der Rainbow Refugees Mainz
erzählen von den Problemen queerer Geflüchteter in Mainz: Viele haben Gewalt auch durch
andere Geflüchtete erfahren. Wir wollen diskutieren, wie wir queere Geflüchtete vor Ort
unterstützen können, welche Möglichkeit von Gewaltprävention es gibt und wie wir
Akzeptanz queerer Identitäten und Lebensformen erreichen und in Integrationsarbeit
einbauen können.

Ort: Institut français Mainz - Schillerstraße 11, 55116 Mainz
Zeit: 26.7. - 19 bis 21 Uhr

Workshop zum CSD-Mainz 2023: Spirituelle Zeit für queere Geflüchtete

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Wir freuen uns, mit Queer in Church, der esg Mainz und Buddhismus unter dem Regenbogen eine interreligiöse Veranstaltung für queere Geflüchtete und ihre Freunde anzubieten. 

Mainz, Dezember 2022: Am 9.12. Veranstaltung um 19 Uhr in der Bar jeder Sicht

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Wie geht es queeren Geflüchteten in Mainz und Rheinland-Pfalz? Wie können wie die Situation verbessern? Dies besprechen wir in einer Live-Diskussion.

Mainz, November 2022: Bitte unterstützt queere Geflüchtete - jeder Euro hilft!

Die Lebenssituation queerer Geflüchteter ist sehr schwierig. Sie sind isoliert und bekommen keine Unterstützung durch Landsleute oder Familie. Inflation und Energiekosten belasten das knappe Geld. Viele mussten gegen das BAMF prozessieren und haben deswegen Schulden. Bei einem Gewaltopfer will die Kasse nicht alle Behandlungskosten übernehmen… Wir geben Spenden direkt an Geflüchtete weiter:

QueerNet Rheinland-Pfalz e.V.
IBAN: DE03 5519 0000 0813 0910 14
Verwendungszweck "Rainbow Refugees Mainz"
Spenden sind steuerlich absetzbar. 

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Gemeinsam schaffen wir es, dass queere Geflüchtete aus Mainz und Umgebung zum Jahresende etwas zur Ruhe kommen können, ohne ständig in Existenzängsten zu leben. Nur so können Traumata heilen und Perspektiven für die Zukunft entwickelt werden.   

Mainz, Oktober 2022: Fachberatung für Geflüchtete mit LGBTIQ-Hintergrund 

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Mainz hat nun eine Fachberaterin für Geflüchtete mit LGBTIQ-Hintergrund! Sie arbeitet im Caritaszentrum Delbrêl. Die Stelle wurde von der Stadt Mainz im Rahmen des Schutzkonzepts für queere Geflüchtete eingerichtet. Die Sprechstunden sind Dienstag und Donnerstag Vormittag, das Angebot umfasst Sozial- und Asylberatung.

Mainz, Mai 2022:  Unsere Rede zum IDAHOBITA*

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Wir alle sehen täglich die Bilder aus der Ukraine. Wir sind entsetzt von den Kriegsverbrechen, die dort geschehen. Wir sind hier machtlos, aber nicht hilflos. Wir können denjenigen helfen, die aufgrund des Angriffskriegs von Putin geflohen sind und nun in Deutschland leben.

Die Flüchtlingswelle stellt die Gesellschaft vor viele Herausforderungen. Und ich habe höchsten Respekt vor der Stadt Mainz, die vor immensen Herausforderungen steht. Und ich bin froh, dass die Gesellschaft bei den Geflüchteten aus der Ukraine nicht dieselben Fehler der Vergangenheit wiederholt und nicht enorme bürokratische Hürden schafft, die Geflüchtete und auch Helfer:innen an die Belastungsgrenze bringt. Aber gleichzeitig finde ich es kritisch, dass eine Zweiklassengesellschaft von Geflüchteten entsteht. Das darf meiner Ansicht nicht sein. 


Nach meiner Erfahrung sind queere Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften nicht sicher. Je länger sie dort bleiben müssen, desto größer ist die Gefahr von Ausgrenzung und manchmal Gewalt. Und es droht immer Retraumatisierung. Eine Geflüchtete aus Saudi-Arabien hat das auf den Punkt gebracht: „Ich weiß nicht, wie deutsche Jugendliche empfinden, wenn sie über ihre sexuelle Orientierungen oder Geschlechtsidentitäten herausfinden, aber ich weiß, wie dies in der arabischen Welt ist, sobald wir über sie herausfinden. Wir verstecken diese in einem dunklen Ort tief in uns und geben vor das zu sein, das unsere Gesellschaft als normal erachtet. Und wir hoffen, dass wir vielleicht irgendwann an einem besseren Ort sind – mit unseren Tonnen von seelischen Narben und Traumata aus der Vergangenheit.“


Wir haben auch immer gesagt, dass die Stadt Mainz das Schutzkonzept konsequenter umsetzen muss. Und hier wurde ein ganz wichtiger Schritt gemacht: Die Stadt Mainz hat eine halbe Stelle geschaffen, um queere Geflüchtete zu unterstützen. Dies ist wichtig, denn wenn queere Geflüchtete Gemeinschaftsunterkünfte verlassen, können ihnen die Sozialarbeiter:innen dort nicht mehr helfen. Wir meinen auch, dass die Caritas eine gute Partnerin ist. Das psychosoziale Zentrum für Trauma und Flucht leistet sehr gute Arbeit für queere Geflüchtete, zudem besitzt die Caritas in allen Bereichen von Sozial-, Migrations- aber auch Asylberatung viel Erfahrung. 


Die Aufgabe, geflüchtete Menschen in dieser Gesellschaft zu integrieren, ist immens, denn es sind viele Barrieren zu überwinden. Wir können das nur gemeinsam leisten. Und wesentlich dafür sind auch soziale Kontakte. Schwuguntia hat ermöglicht, dass Geflüchtete am queeren Tanzkurs teilnehmen können. Dafür sind sie sehr, sehr dankbar. Es sind solche Dinge, die neue Erfahrungen und Freude in ihr Leben bringen. Deswegen: Geht ruhig auf sie zu. Sie würden sich freuen, neue Freund- und Bekanntschaften zu machen.

Und wenn ihr bei den Rainbow Refugees mitmachen wollt, sprecht uns einfach an!

Mainz, März 2022:  So könnt ihr queeren Geflüchteten aus der Ukraine helfen

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Wir sind nun auch dem Bündnis Queere Nothilfe Ukraine beigetreten. Derzeit bereiten sich alle auf die Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine vor. Viele Politiker:innen haben gebeten, freie Zimmer/Wohnungen bereitzustellen. Wir glauben auch, dass dies wichtig ist, denn die Aufnahmekapazitäten in Gemeinschaftsunterkünften sind begrenzt.

Wenn ihr queere Geflüchtete aus der Ukraine unterstützen wollt, die wenn möglich bei anderen queeren Menschen untergebracht werden wollen, kontaktiert uns einfach. Das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine sammelt die Namen von Menschen, die queere Geflüchtete aufnehmen wollen.

Und ihr könnt natürlich immer spenden. Wir sind in dieser furchtbaren Lage machtlos, aber nicht hilflos. Und wir werden weiterhin helfen

Mainz, Januar 2022:  Sprachlerntreff startet am 27.1.

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Das Beherrschen der deutschen Sprache ist essenziell für Integration und Empowerment queerer Geflüchteter. Nur so können sie sich außerhalb von Gemeinschaftsunterkünften ein sicheres Leben aufbauen und gegen Übergriffe wehren.

Wir treffen uns jeden Donnerstag in der Bar jeder Sicht um 19 Uhr und üben mit queeren Geflüchteten Deutsch. Diese Information könnt ihr gerne weitersagen.

Mainz, Januar 2022: Wir suchen freiwillige Helfer:innen bei einem Sprachlerntreff

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Das Beherrschen der deutschen Sprache ist essenziell für Integration und Empowerment queerer Geflüchteter. Nur so können sie sich außerhalb von Gemeinschaftsunterkünften ein sicheres Leben aufbauen und gegen Übergriffe wehren.

Wir suchen Helfer:innen, die Spaß daran haben, sich ein oder zwei Stunden mit queeren Geflüchteten zu unterhalten. Für Menschen, die gerade die Sprache erlernt haben, kann das spielerisch geschehen: "Was ist auf dem Tisch?" Ihr könnt mit ihnen kurze Dialoge durchspielen z.B. das Fragen nach dem Weg, dem Einkaufen, einen Arztbesuch usw. Ebenso könnt ihr Aufgaben aus ihren Arbeitsbüchern überprüfen. Und für Fortgeschrittene könnt ihr z.B. einen Zeitungsartikel mitbringen, die sie lesen und in eigenen Worten zusammenfassen.

Interesse? Kommt zum Stammtisch oder schreibt uns eine Mail

Mainz, den 19.02.2020: Erneute Abschiebung eines LSBTI-Geflüchteten bei Ausweisverlängerung in der Ausländerbehörde Mainz 

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Bereits zum zweiten Mal hat die Ausländerbehörde einen queeren Geflüchteten im Vorfeld seiner Ausweisverlängerung von der Polizei aus der Einrichtung abholen lassen um ihn abzuschieben.

Der junge Mann war seit Anfang 2019 in die Bundesrepublik Deutschland, nachdem er durch staatliche und nicht staatliche Organe aufgrund seiner Homosexualität in seinem Heimatland Kosovo verfolgt wurde. Das Bundesamt für Migration lehnte seinen Asylantrag ab mit der Begründung, dass es im Kosovo rechtsstaatliche Organisationen gibt, an die er sich auch als Homosexueller werden kann um Schutz zu finden. Auch ein gestellter Eilantrag beim Verwaltungsgericht Trier wurde von diesem abgelehnt.

Zu diesem Zeitpunkt war der junge Mann bereits im Besitz der Sprachkenntnisse B1 und hatte die Möglichkeit, Ausbildungsplätze anzutreten. Die gestellten Anträge auf Ausbildungsplatzduldung wurden von der Ausländerbehörde in Mainz abgelehnt. Auch die Eingabe des Ausbildungsbetriebes, der sehr lange nach einem passenden Auszubildenden gesucht hatte, auch mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit, wurde durch die Ausländerbehörde nicht zur Kenntnis genommen.

Am 19.02.20 um 6 Uhr morgens drang die Polizei in die Räumlichkeiten des Klienten ein. Er wurde aufgefordert seine Sachen zu packen und wurde dann zu einer Polizeiwache nach Mainz gefahren. Dort wurde uns als Hilfsorganisation auch untersagt, ihm in dieser Situation beizustehen, und auch der Kontakt zu uns wurde verweigert. Nach Rücksprache mit der Ausländerbehörde in Mainz wurde uns von der Mitarbeiterin mitgeteilt, dass die Ausländerbehörde seine Abschiebung trotz unsere Eingabe bei Ministerium weiter vorangetrieben hat. Wir hatten nicht einmal die Möglichkeit, uns von ihm zu verabschieden.

Mainz, den 29.11.2019: Rainbow Refugees Gewinner des Brückenpreises des Landes Rheinland-Pfalz in der Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement von Deutschen und Migrantinnen/Migranten“ 

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Jedes Jahr verleiht das Land Rheinland-Pfalz den Brückenpreis an Organisationen und Vereine, die sich besonders der Integration von geflüchteten Menschen widmen. 
 
Die seit 2016 in ganz Rheinland-Pfalz tätige Organisation „Rainbow Refugees Mainz“ unterstützt queere geflüchtete Personen. Sie berät und betreut Personen, die aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Orientierung aus ihren Heimatländern vor Todesstrafe, schwerer Folter und Gefängnisstrafe geflohen sind. 
 
Die Arbeit der Gruppe begann, als sich die ersten geflüchteten Personen in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes RheinlandPfalz zu ihrer sexuellen Orientierung bekannten und dort schweren Diskriminierungen und zum Teil auch täglichen Angriffen durch andere Geflüchtete ausgesetzt waren. In der Anfangszeit ging es schwerpunktmäßig darum, den Menschen, die durch ihre sexuelle Orientierung einen besonderen Schutzstatus haben, in den Einrichtung des Landes die benötigte Sicherheit zu bieten. Dazu gehörte auch, sie auf ihr bevorstehendes Interview bei dem Bundesamt für Migration vorzubereiten. Für viele der Geflüchteten war es unvorstellbar, vor einer staatlichen Institution offen über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen. In ihren Heimatländern hätte dies in den meisten Fällen strafrechtliche Konsequenzen wie eine langjährige Gefängnisstrafe oder auch die Todesstrafe zur Folge. Auch heute besteht darin immer noch ein wichtiger Teil der Arbeit der ausschließlich ehrenamtlichen Mitarbeiter. 
 
Sehr schnell zeigte sich aber, dass die Beratung und Begleitung zu den jeweiligen Anhörungen im Bundesamt für Migration nicht die einzige Unterstützung sind, die dieser Personenkreis benötigt. So kamen im Laufe der Zeit eine Vielfalt an weiteren Aufgaben auf die Gruppe zu. Das Ziel war, ein Netzwerk aufzubauen, in dem sich die geflüchteten Personen sicher fühlen können. Viele weitere Aufgaben tauchten im Verlauf der Arbeit auf, unter anderem die Bewältigung von Schwierigkeiten in den Gemeinschaftsunterkünften. Begleitung zu Ämtern und Verwaltungen, Hilfestellungen beim Übergang vom Asylbewerberleistungsgesetz zum Jobcenter und noch vieles mehr gehört heute zu den alltäglichen Aufgaben der Mitglieder von „Rainbow Refugees Mainz“. 
 
Als Organisation sind wir hocherfreut darüber, dass mit diesem Preis die seit fast vier Jahren bestehende Arbeit gewürdigt wird.  Es ist für uns ein besonderes Zeichen nach außen hin, dass das Land RheinlandPfalz die Arbeit mit Queer-Geflüchteten wertschätzt. Wir hoffen auch, dass die Verleihung dieses Preises den Personenkreis, den wir betreuen mehr in die öffentliche Wahrnehmung rückt. Viele der von uns betreuten Menschen erlebten in ihren Heimatländern Dinge, von denen man nicht glauben kann, dass sie in der heutigen Zeit bestehen können. Auch aus diesem Grund ist es unsere Herzensangelegenheit, für diese Personen nach der Ankunft einen sicheren Ort zu finden. Bereits seit längerer Zeit finden Gespräche über die Gründung eines sogenannten "Safehouse" statt. Es wäre schön, wenn die Auszeichnung mit dem Brückenpreis des Landes Rheinland-Pfalz dazu beitragen könnte, dass unser Ziel erreicht wird.  

Mainz, den 25.10.2019: Situation von Geflüchteten mit Dublin-Status in Mainz 

Wir betreuen LSBTIQ-Geflüchtete nicht nur in Mainz, sondern auch in anderen Kommunen. Lediglich die Stadt Mainz verteilt Lebensmittelgutscheine für Geflüchtete mit Dublin-Status. Dies hat für die Betroffenen Personen katastrophale Auswirkung. In den Gemeinschaftsunterkünften der Stadt Mainz hat sich eine Zweiklassengesellschaft gebildet, zwischen "den einen, die mehr wert sind, weil sie Geld in der Hand haben, und den anderen, die weniger wert sind, da Sie nur Lebensmittelgutscheine bekommen". Auch in anderen Lebensbereichen fördert diese Praxis Ausgrenzung und Diskriminierung dieses Personenkreises.

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Durch die fehlenden finanziellen Mittel (zum Beispiel für Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr), ist es dem Personenkreis nicht möglich, an Integrationskursen teilzunehmen. Genauso werden sie von jeglichem kulturellen Leben ausgeschlossen. Selbst der Einkauf ist schwierig, da die Geschäfte, in denen sie die Lebensmittel einkaufen müssen, von den Unterkünften sehr weit entfernt sind.

Die Geflüchteten sind darauf angewiesen, dass Helfer sich die Zeit nehmen, um mit ihnen jede Woche zu den speziellen Geschäften zu fahren, die die Gutscheine einlösen, damit sie Ihre Wocheneinkäufe machen zu können. Diese müssen Sie dann wöchentlich wiederholen, weil der Schein so ausgestellt ist, dass er nur eine Woche gültig ist. Die Geflüchteten sind gezwungen, den gesamten Betrag des Lebensmittelgutscheins von ca. 30€ zu verwenden, da weder eine Auszahlung noch eine Gutschrift von Restguthaben möglich ist. Sollte der Gutscheinbetrag nicht erreicht werden, fließt das überschüssige Geld wieder der Stadt zu.
Als Folge ist es für die Betroffenen im Winter noch nicht einmal möglich, mit den Gutscheinen winterfeste Bekleidung zu kaufen, da die Gutscheine nur für Lebensmittel und Hygieneartikel gültig sind. Die Geflüchteten sind auf Kleiderkammern angewiesen und haben das Problem, dass nicht in jeder Gemeinschaftsunterkunft eine Kleiderkammer vorhanden ist.

Ihnen wird jegliche individuelle Entwicklungs- und Integrationsmöglichkeit genommen und der Betreuungsaufwand der ehrenamtlichen Helfer_innen ist immens. Als Hilfsorganisation für LSBTIQ-Geflüchtete ist es uns kaum möglich, unsere Klienten zufriedenstellend zu beraten. Wir müssen sie auch auf eigene Kosten zu unseren Stammtischen bringen. Dies hat unserer Meinung nichts mehr mit Fairness gegenüber Geflüchteten und den Hilfsorganisationen zu tun.

Mainz, den 13.10.2019: Alle OB-Kandidat_innen für den Mainzer OB sehen die Notwendigkeit eines Safehouses für queere Geflüchtete

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Bei der Podiumsdiskussion zur OB-Wahl in der Bar jeder Sicht am 11.10.2019 wurde über die dramatische Situation queerer Geflüchteter in Mainz berichtet: Mehr als 30 queere Geflüchtete werden von der Gruppe Rainbow Refugees betreut. Alle OB-Kandidat_innen sehen die Notwendigkeit eines Safehouses für queere Geflüchtete ein und wollen sich für dessen Umsetzung stark machen.

Wir möchten darauf hinweisen, dass eine Umsetzung dieses Projekts unserer Meinung nach sehr einfach möglich ist, da aufgrund sinkender Flüchtlingszahlen passende Einrichtungen derzeit leerstehen!

Mainz, den 4.10.2019: Einem Transmann sowie seiner Partnerin droht die Abschiebung. 

Beide stammen aus Malaysia, einem Land, in dem geschlechtliche und sexuelle Minderheiten verfolgt werden. Zuerst wurde ihr Asylantrag vom Bundesamt für Migration abgelehnt. Im darauffolgenden Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Trier lehnte dann auch der zuständige Richter die Anerkennung des Flüchtlingsstatus ab. In beiden Verfahren wurde nach unserer Auffassung nicht auf die Besonderheiten ihrer sexuellen Orientierung Rücksicht genommen und auch nicht auf die Problematik in ihrem Heimatland eingegangen. Ebenso wurden nach unserer Ansicht die geltenden Gesetzesvorgaben des Europäischen Gerichtshofes außer Acht gelassen.

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Nach Informationen von Human Rights Watch drohen Transfrauen und –männern in Malaysia Verfolgung, Diskriminierung, Missbrauch und Gewalt durch Polizei, religiöse und staatliche Organisationen aber auch durch die Bevölkerung. Sie verlieren Arbeit und Unterkunft und auch den Zugang zu medizinischen Einrichtungen. Es sind Fälle dokumentiert, in den Transpersonen ermordet wurden. Homosexualität ist in Malaysia verboten und wird mit bis zu 20 Jahren Haft und Auspeitschung bestraft. Erst Im August 2018 wurden zwei lesbische Frauen mit Stockhieben vor mehr als 100 Zuschauern bestraft. Dieser Fall wurde auch von Al Jazeera dokumentiert und ging durch die internationalen Medien.

Seit einigen Jahren wird von der Regierung gezielt Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gemacht. Wir glauben nicht, dass für sexuelle Minderheiten, die in Deutschland im Rahmen ihres Asylverfahrens sogar einen besonderen Schutzstatus haben, in Malaysia ein menschenwürdiges Leben möglich ist. Ständig droht Verfolgung durch Behörden und Polizei.

Es sind uns Fälle bekannt, in denen Transpersonen der Flüchtlingsstatus in Deutschland zuerkannt wurde. Wir fürchten um Leben und Gesundheit der beiden Geflüchteten unserer Gruppe, zumal sie sich auch öffentlich über die Lage von Transpersonen sowie auch generell über die Probleme von LSBTIQ-Personen in Malaysia geäußert haben, als es im März zu einem Eklat bei der internationalen Tourismusbörse in Berlin kam. Dort erklärte der Tourismusminister Malaysias auf die Frage, ob das Land für Homosexuelle sicher sei: "Homosexualität? Ich glaube, wir haben so etwas nicht in unserem Land. Ob es sicher ist oder nicht, kann ich nicht beantworten." Unfassbar.

Allein dieser Sachverhalt, dass sie sich offen auf einer internationalen Bühne für die Rechte von Transpersonen in ihrem Heimatland eingesetzt haben, stellt für sie jetzt bei einer Abschiebung in ihr Heimatland eine lebensbedrohende Situation dar.

Rechtliche Hintergrundinformationen

Bzgl. unserer rechtlichen Einschätzung beziehen wir uns auf die folgenden Punkte: Gemäß §§ 3 ff. AsylG darf ein Ausländer in Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention nicht in einen Staat abgeschoben werden, in dem sein Leben oder seine Freiheit wegen seiner Rasse, Religion, Staatsangehörigkeit oder seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung bedroht ist. Eine Bedrohung liegt dann vor, wenn anknüpfend an Verfolgungsgründe wie die sexuelle Orientierung (vgl. dazu Art. 10 Abs. 1 Buchst. d der Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13.12.2011 - so genannte Anerkennungsrichtlinie bzw. § 3b Abs. 1 Nr. 4 AsylG) Verfolgungshandlungen im Sinne von Art. 9 der Anerkennungsrichtlinie (§ 3a AsylG) mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohen. Dabei ist es nicht zumutbar, von homosexuellen Betätigungen Abstand zu nehmen, um nicht verfolgt zu werden (EuGH, U.v. 7.11.2013 - C-199/12 bis C-201/12 - ABl. EU 2014, Nr. C 9 S. 8 - NVwZ 2014, 132; EuGH, U.v. 5.9.2012 - C-71/11 und C-99/11 - ABl. EU 2012, Nr. C 331 S. 5 - NVwZ 2012, 1612).